neues tivoli
Während eine der Geburtsstätten des Films, das TIVOLI in der Berliner Str., zum LIDL-Supermarkt mutierte, entstand im Nebenraum eines benachbarten kleinen Lebensmittelgeschäfts das neue tivoli.
Zu klein als Lagerraum für das Lebensmittelgeschäft, aber groß genug, um alle Künste der Welt zu beherbergen und von hier aus ihren Siegeszug antreten zu lassen wie einst den Film der Skladanowskys.
Im neuen tivoli sind neben Ausstellungen auch Lesungen, Filmvorführungen, Theater und Performances geplant und wenn die Anzahl der Opern in Berlin sich weiter verringert, wird sich das neue tivoli auch dieser Sparte annehmen.
Das Konzept sieht vor, dem Spontanen mehr zu vertrauen als dem Fünf-Jahres-Plan. So wird das neue tivoli keinem Trend folgen, sondern sich dem existierenden Künstler, der existierenden Künstlerin zuwenden und offen sein für das Lebendige und Persönliche.
Das neue tivoli will zum Spielplatz der Sinne und zum Vergnügungspark für die Seele werden und beweisen, daß die wahren Abenteuer traum- und nicht raumfüllend sind.
Das Niemandsland der Berliner Str. zwischen Berlin und Pankow, wo sich immer mehr kulturelle Initiativen in leerstehenden Geschäften ansiedeln, scheint genau der richtige Ort, um Größenwahn mit Understatement zu paaren.
Steff Ulbrich, geboren 1965 in Bad Neustadt/Saale, studierte 1982-1986 Bildhauerei/ Multimedia bei Daniel Spoerri an der FHS für Kunst in Köln und lebt seit 1985 als Filmemacher in Berlin.
Mitte der 90er Jahre versuchte er die Berliner Grünen vor dem Untergang zu retten und wandte sich dann, wie alle gescheiterten Politiker, der Kunst zu.
Dem berliner Publikum ist er ausserdem durch seine Filme(“verfilmt”), als Veranstalter von Filmfestivals(“VIPFilm”), seine Performances als Multimedia-Dozent und seine elektronischen Haikus bekannt.
Mit dem neuen tivoli möchte er vor allem das Blickfeld seines Balkons bereichern.